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„Männer in der Geschlechterpolitik? Bereicherung oder Provokation?“

BPW-Abendessen mit Vortrag von Markus Theunert, dem ersten Männerbeauftragten der Schweiz

30.06.12


Berlin. Um den Weg von der rechtlichen zur tatsächlichen Gleichstellung zu schaffen, müssen Frauen und Männer einen neuen Geschlechtervertrag aushandeln und die althergebrachte Rollenzuweisung überwinden. Davon ist Markus Theunert, seit 1. Juli erster und einziger Männerbeauftragter der Schweiz im Kanton Zürich, überzeugt. Wie das gelingen kann und wie er es schaffen will, auch Männer für seine Gleichstellungspolitik zu gewinnen, erläuterte Theunert am Vorabend seines Amtsantritts anlässlich eines Führungstreffens der Business and Professional Women (BPW) Germany.

„Gleichstellungpolitik 3.0“  nennt Theunert seine Idee. Damit meint er eine Gleichstellungspolitik, die nicht mehr nur ausschließlich darauf abzielt, Frauen durch Frauen zu fördern – oder sich darauf beschränkt, Männer zur gleichstellungspolitischen Zielgruppe zu erklären. Seine Idee von Gleichstellung setzt auf den Dialog der Geschlechter und darauf, Männer zu Akteuren im Gleichstellungsprozess zu machen. „Wenn wie bisher die Frauen mit sich selbst verhandeln, wie die Geschlechterordnung neu gestaltet werden soll, dann ist das eine relativ einsame Angelegenheit, die wenig Impakt haben wird auf die Masse der Männer“, gab Theunert den etwa 30 Frauen und zwei Männern – darunter zwei Journalistinnen von der taz und der Süddeutschen und ein Journalist von ZDF aspekte – zu bedenken. Dass Männer für einen Dialog erst gewonnen werden müssen, ist ihm bewusst. Männern zu erklären, was sie von einer Gleichstellung der Geschlechter haben, um sie so zu aktiven Mitgestaltern zu machen, sieht er als seine Hauptaufgabe als neuer Männerbeauftragter: „Es gilt, den Benefit für Männer konkret zu benennen und von dort aus zu versuchen, politische Rückendeckung zu bekommen“, erläuterte der studierte Psychologe und Soziologe seine Strategie.

Dass Männer diesen Benefit bisher nicht sehen, ist seiner Meinung nach einer der Gründe dafür, dass es seit Jahren in Punkto Gleichstellung kaum echte Fortschritte gibt. Männern wird vermittelt, sie seien defizitär, weil sie zu wenig tun, und unfair, weil sie nicht teilen wollen. Diese „unangenehme Suppe aus schlechtem Gewissen und verzichten müssen“ führt laut Theunert dazu, dass Männer im Gleichstellungsprozess bislang bestenfalls „interessierte Beobachter“ sind. Dabei gibt es, so Theunert, auch unter Männern die Sehnsucht danach, neue Rollen auszuprobieren, ohne gleich verurteilt und abgewertet zu werden. Das ist auch die Voraussetzung für eine geschlechtergerechte Aufteilung von Erwerbsarbeit und Nichterwerbsarbeit. Um das zu erreichen, ist es nötig, einvernehmlich einen neuen Geschlechtervertrag auszuhandeln – im Dialog zwischen Frauen und Männern.

Ein schönes Bild hat Theunert dafür: „Gleichstellungspolitik kann man sich als Bürogemeinschaft mit einem Frauenraum, einem Männerraum und einem gemeinsamen Besprechungszimmer vorstellen“, veranschaulicht er seine Idee. Die anwesenden BPW-Frauen hat Theunert mit seinem Vortrag jedenfalls für sein Projekt begeistern können. Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, sicherte ihm die Unterstützung des Frauennetzwerks zu und freute sich auf den Beginn eines konstruktiven Geschlechterdialogs mit einem gemeinsamen Ziel: Chancengleichheit für Frauen und Männer.

Lesen Sie dazu auch den Blog-Beitrag von Christhardt Läpple (ZDF aspekte): www.christhard-laepple.de/aktuelles.html


Zur Person
Markus Theunert (1973) hat an den Universitäten Basel und Bern Psychologie und Soziologie studiert und ist seit rund zehn Jahren in der politischen Interessensvertretung tätig. Im Jahr 2000 gründete er die Schweizer Männerzeitung (www.maennerzeitung.ch). Seit 2005 präsidiert er den Dachverband männer.ch (www.maenner.ch), der sich als „Sprachrohr für Buben-, Männer- und Väteranliegen“ versteht. Er ist zudem Mitglied in der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen (www.frauenkommission.ch), dem gleichstellungspolitischen Expertinnen- und Expertengremium der Schweizer Bundesregierung sowie Mitinitiant des Schweizer Vätertags (www.vaetertag.ch). Hauptberuflich wirkt er ab 1. Juli 2012 in der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann als erster Männerbeauftragter des Kantons Zürich. Daneben ist er Inhaber der Firma Social Affairs GmbH (www.socialaffairs.ch) und bietet psychologische Seminare für wache Erwachsene an (www.quellpunkt.ch). Literaturhinweis: Theunert, Markus (2012) (Hrsg.). Männerpolitik. Was Jungen, Männer und Väter stark macht. Wiesbaden: Springer VS.

Simone Denzler, 30.6.2012


 

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