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Bericht über die Frühjahrstagung Berlin 2011

01.04.11

Flash ist Pflicht!

Frauen an die Spitze, bringt die Wirtschaft auf Erfolgskurs! Das Motto der diesjährigen Frühjahrstagung in Berlin.Die Frühjahrstagung des BPW Germany e.V. verbunden mit den Feierlichkeiten zum 60jährigen Bestehen des Berufsnetzwerkes auf Bundesebene fand vom 1. bis zum 3. April 2011 in Berlin statt. 180 Frauen aus ganz Deutschland trafen sich bei der vom BPW Club Berlin organisierten Veranstaltung im Herzen der Haupstadt, um sich wiederzusehen oder erst kennenzulernen, um zu netzwerken!


 

Das Thema der Tagung "Frauen an die Spitze, bringt die Wirtschaft auf Erfolgskurs!" passte in die aktuelle politische Debatte, ging es doch in den Wochen zuvor wiedereinmal um eine Quotendebatte bei der Besetzung von Spitzenfunktionen in der Wirtschaft. Vor dem Hintergrund einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaft aus dem Jahr 2001, Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen zu unterstützen, liegen zehn Jahre später keine nennenswerten Erfolge vor. Wie kann es gelingen, Frauen den gleichen Anteil an Gestaltung zu ermöglichen, den Männer haben? Was ist dabei zu beachten? Was fehlt, wenn eine Hälfte der Gesellschaft nicht an weichenstellenden Entscheidungen beteiligt ist? Diesen Fragen wurden in Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und verschiedenen, rege besuchten Workshops sowie einem Worldcafé nachgegangen. 

Einen wichtigen Impuls bei der Beantwortung dieser Fragen gab dazu Dr. Antoinette Rüegg, Past President BPW International, in ihrem Leitvortrag zum Thema: “BPW, Leadership, emotionale Intelligenz”.

Eigens aus der Schweiz angereist brachte Frau Rüegg ihre Erfahrungen aus ihrer Zeit als Präsidentin des BPW auf globaler Ebene ein, indem sie die den Frauen ohnehin zugeschriebene und in den klassischen "Care- Bereichen" angewendete Fähigkeit der emotionalen Intelligenz betrachtete. Aufbauend auf den Überlegungen von Daniel Golman, warum trotz vorhandener klassisch-intellektueller Intelligenz sich nicht zwangsläufig beruflicher Erfolg einstellt, betrachtete  Frau Rüegg die "Emotionale Inelligenz", die die emotionale Wahrnehmungsebene versus der intellektuellen Wahrnehmungsebene meint.

"Wer die grundlegenden Unterschiede zwischen dem intellektuellen und emotionalen Lernen nicht kennt, läuft Gefahr, das eigene emotionale Lernen zu blockieren" so Antoinette Rüegg. Aus der Selbstwahrnehmung der "momentan wahren Gefühle" folgen dann basierend auf lebenslangem Lernen Fähigkeiten zur Selbstführung, dem "Self-Leadership" und komplettiert damit die Fähigkeit zur Führung anderer als Grundlage für jede erfolgreiche Führungstätigkeit.

Und hier kommt Rüegg zu Ihrer These "BPW als Hochschule für emotionale Intelligenz" und verweist dabei auf die guten Möglichkeiten innerhalb des BPW, Lernerfahrung zu sammeln durch dessen gebotener Vielfalt an verschiedenen Berufen, Charaktären und Lebensalter zum einem, aber auch durch die Möglichkeiten, Menschen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene in Bereichen wie Wirtschaft, Politk oder UN zu begegnen.Wichtige Kompetenzen wie die Fähigkeit, Koalitionen zu bilden um Mitstreiterinnen für ein eigenes Projekt zu finden oder der Umgang mit schwierigen Situationen können in einem offenen Austausch und in einer freundlichen Atmosphäre eingeübt und vertieft werden. Zusammengefasst bietet der BPW also Lernmöglichkeiten durch Tun, durch Vorbilder und durch Lehren sowie durch Lernen "Just-in-time".

Bei der folgenden Podiumsdiskussion zum Thema: "Mehr Frauen an die Spitze – aber wie?" erörterte das von der Gender Trainerin Melanie Ebenfeld moderierte Panel mit Monika Schulz-Strelow, Präsidentin Frauen in die Ausichtsräte e.V., Deborah Ruggieri, Berliner Kommunikationstrainerin und Genderexpertin, Gertraude Krell, Professorin i. R. für BWL/Schwerpunkt Personalpolitik an der FU Berlin und Günter Faltin, Professor und Leiter des Arbeitsbereiches Entrepreneurship an der FU Berlin engagiert die Hemnisse aber auch mögliche Wege.

So forderte Monika Schulz-Strelow eine gesetzliche Vorgabe,um einen signifikanten Prozentsatz an weiblichen Führungskräften zu bekommen und verwies auf die besonderen Schwierigkeiten von Frauen in Spitzenpositionen, die - da häufig allein auf dieser Ebene - niemanden hinter sich hätten und nicht die gleiche Akzeptanz erhielten wie männliche Kollegen. Deborah Ruggieri verwies auf den engen Zusammenhang von Finanzpolitik und Machtpolitik. Die durch die Finanzkrise aufgelegten Sparprogramme träfen zuvorderst Frauen wie Untersuchungen ergeben hätten.

Es gelte die Nützlichkeit von Finanzprodukten zu hinterfragen: Was bedeuten die Geldströme für Frauen? Wo geht das Geld hin? Hier seien eine neue ideologiefreie Vernetzung und sowie neue Strategien nötig. Aufgrund einer Vielzahl von Problemstellungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit u.a.m. sei eine Erneuerung der gesellschaftlichen Denk- und Handlungsweisen ohnehin nötig und hier könne auf die Kompetenzen von Frauen nicht verzichtet werden.

Auf diese nötige grundlegende Änderung an bestehenden Verhältnissen angesichts der Größenordnung der Probleme knüpfte Günter Faltin an. Die bestehende männlich geprägte Ökonomie sei so nicht fortführbar, denn es bedarf neuer Ideen und Methoden der Problembewältigung. Entrepreneurship sei hier ein guter Ansatzpunkt, denn Ideen seien in einer postindustriellen Welt wichtiger als Kapital und die bestehende Ökonomie ist zwar mächtig an Gestaltungskraft aber arm an Ideen. Gertraude Krell sah Möglichkeiten für Veränderung nur dann, wenn gleichzeitig auch Macht vorhanden sei. Auch sie plädierte für eine Quote, verwies aber auch auf die individuelle Definition von Spitze und Karriere. Es sei auch nötig,  Frauen in der Breite innerhalb der Berufswelt zu sehen.

Nach diesem wohlfundiertem theoretischem Input vom Vormittag ging es dann nach einer ausgedehnten und mit viel gegenseitigem Austausch angefüllten Mittagspause weiter mit zahlreichen Workshops und dem Worldcafé. Unter dem Fokus der persönlichen Weiterbildung ließ sich Wissen über "Gehaltsverhandlungen führen" (Cornelia F. Krämer, Barbara Hecht), "Frauen & Macht – Die Macht der Worte" (Jutta Wepler), "Die Magie einer erfolgreichen Präsentation" (Dr. Sabine Küster), "Frauen und Entrepeneurship" (Karin Schnappauf), "Wachstum durch Ideen – Kreativitätsmethoden für Unternehmen" (Uta Zech), "Der Elevator-Pitch: Ihr Joker für Ihre Kurzpräsentation" (Anna Löw) oder "Mentoring – Mission Possible fürs Berufsleben" (Mentoring Team des BPW Germany) vermehren.

Im Worlcafé mit dem Hosting Team bestehend aus Martina Rudolph, Frauke Godat und Tobias Döppe lag der Fokus auf dem Finden und Einbringen eigener Ideen. Im ersten Teil wurde dabei gesammelt, was die Teilnehmerinnen am Vortrag und der Podiumsdiskussion am meisten bewegt hat und wie dieses in das Netzwerk eingebracht werden kann. So konnte jede für sich persönlich aus dem Austausch weiterbringende Fragen schöpfen. Im zweiten Teil ging es dann noch tiefer zu den eigenen Werten, die über die eigene Gefühle identifiziert wurden. In Verbindung mit individuellen Talenten kann so ein konstruktiver Beitrag für die Gesellschaft und den BPW eingebracht werden.

Am Abend wurde gefeiert und das groß: immerhin schon 60 Jahre BPW Germany riefen nach einer angemessenen Lokalität und so war der Rahmen des Galadinners im Hotel Adlon vis á vis dem Brandenburger Tor sehr festlich. Auch internationale BPW folgten der Einladung und für 240 Damen und Herren verlief der Abend wie im Wechsel zwischen Programm und Menü wie im Fluge. Höhepunkt war dabei sicher das von Uta Zech moderierte Interview der letzten acht Präsidentinnen des BPW, die jede für sich spannendes aus "ihrer" Zeit als Vorsitzende zu berichten hatte.

Auf jedes Ende folgt ein Anfang und ein Berufsnetzwerk ohne Netzwerktreffen wäre unvollständig. Daher war der Andrang zum Netzwerkabend beim Auftakt der Tagung am Freitag im Roten Rathaus mit Sektempfang durch den Regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin, Klaus Wowereit, immens groß, so dass die Organisatorinnen schon Sorge hatten, dass nicht alle Interessierte eingelassen werden können. Klaus Wowereit schien es ebenfalls gefallen zu haben, blieb er doch bis spät und plauderte mit den BPW Damen und unserer Präsidentin Henrike von Platen hoch angeregt. Vielleicht erfahren wir beim nächsten Netzwerktreffen, worüber?

Und so freuen wir uns alle auf ein Wiedersehen im Frühjahr 2012 in Lindau am Bodensee.

Autorin: Christiane Füllberg, BPW Club Berlin


 

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