BPW Germany | business and professional women
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    BPW Germany fordert gesetzliche Regelung zur Gleichstellung von Männern und Frauen

    Lohnabstand unverändert bei 23 Prozent

    12. November 2009: Nach Bekanntgabe der aktuellen Zahlen zum Verdienstabstand von Frauen und Männern bekräftigen die Business and Professional Women (BPW) Germany ihre Forderung an Wirtschaft und Politik, gesetzliche Regelungen zu schaffen und die Ursachen von Lohnungleichheit anzugehen. Außerdem fordert der BPW Germany Frauen auf, selbst aktiv zu werden um langfristig eine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu erreichen. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes von heute liegt der Verdienstabstand von Frauen und Männern in Deutschland unverändert bei 23 Prozent.

    Auch zwei Jahre nach der Einführung des Equal Pay Day, des Aktionstags für Entgeltgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, den der BPW Germany in Deutschland initiiert hat, verdienen Frauen in Deutschland 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Erfahrung zeigt, dass sich ohne gesetzliche Regelungen nichts verändern wird. Das Thema wird von der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch zu wenig ernst genommen. Dabei sind viele Familien auf das Einkommen der Frauen angewiesen. In jeder fünften Familie sind Frauen mittlerweile die Haupternährerinnen. Auch Altersarmut ist angesichts von Erwerbsunterbrechungen und niedrigen Löhnen vor allem ein Thema, das Frauen betrifft. Das müssen sich Frauen bewusst machen und sich beim Thema Geld nicht auf ihre Partner verlassen. Die Debatte um das Betreuungsgeld ist hier definitiv das falsche Signal aus der Politik“, betonte Dagmar Bischof, Präsidentin des BPW Germany.

    Lohnunterschiede, die neben sozialen auch wirtschaftliche Folgen haben, sind vor allem auf drei Ursachen zurückzuführen: Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter. Frauen unterbrechen und reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger als Männer, nicht zuletzt wegen oft unzureichenden und unflexiblen Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Frauen führen außerdem seltener und weniger selbstbewusst Gehaltsverhandlungen.

    Ziel des BPW Germany ist es daher, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die Thematik zu sensibilisieren und das Bewusstsein für die Ursachen zu schärfen, Frauen durch BPW-eigene Programme wie Mentoring und Führungskräfte-Training zu stärken, über unterschiedliche Karriere- und Verdienstchancen in einzelnen Berufen und Branchen aufzuklären und nicht zuletzt den Druck auf die Politik zu erhöhen, diese Missstände durch gesetzliche Rahmenbedingungen zu beheben.

    Der nächste Equal Pay Day findet am 26. März 2010 statt. Bereits jetzt haben mehr als 140 Aktionsteams ihre Teilnahme angemeldet. Das Datum des Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den eine Frau über den Jahreswechsel hinaus arbeiten muss, um den Jahresverdienst ihres männlichen Kollegen zu erreichen. Deutschland bildet damit nach wie vor eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, in der Frauen nach jüngsten Statistiken im Durchschnitt 17,4 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

    Hintergrund

    Bildmaterial
    zum honorarfreien Abdruck begleitend zur Pressemitteilung
    Logo Equal Pay Day sowie weitere Bildmotive in druckfähiger Auflösung zum Download unter www.equalpayday.de/19.html

    Zum Equal Pay Day
    2008 wurde der Equal Pay Day auf Initiative des BPW Germany erstmals in Deutschland durchge-führt. Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen.

    Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

    Bei der deutschen Premiere des Equal Pay Day 2008 nahmen bundesweit 6.000 Frauen und Män-ner an rund 40 Aktionen und Veranstaltungen in 25 Städten teil. Auch in deutschen und ausländischen Medien fand das Thema große Beachtung: Innerhalb von zwei Monaten um den Aktionstag erschienen über 1.000 Beiträge in einer Gesamtauflage von 24 Millionen Zeitungen und Zeitschriften.

    Daten, Fakten, Verhandlungstipps und umfangreiches Recherchematerial zu Entgeltgleichheit und zum Equal Pay Day unter www.equalpayday.de

    Zum BPW Germany
    Mit 41 Clubs und 1.800 Mitgliedern sind die Business and Professional Women (BPW) Germany eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen in Deutschland. Der in den 30er Jahren entstandene und nach der Auflösung unter den Nationalsozialisten 1951 neu gegründete gemeinnützige Verband unterstützt berufstätige Frauen auf vielfältige Weise: Neben persönlichem Austausch, Vorträgen, Tagungen und Mentoring leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene und engagiert sich für humanitäre Zwecke. Der BPW Germany kooperiert mit Wirtschaft, Medien, Politik und unter-stützt seine Partner in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf. 2008 zeichnete das Netzwerk für die Einführung des Equal Pay Day, des internationalen Aktionstages für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, in Deutschland verantwortlich. Der BPW Germany ist Teil des BPW International, der in über 100 Ländern, darunter 31 europäischen Län-dern, vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Mehr dazu unter www.bpw-germany.de. Mehr zu den BPW-Landesverbänden in Europa unter www.bpw-europe.org. Mehr zum BPW International unter www.bpw-international.org.

    Kontakt
    Dagmar Bischof, Präsidentin BPW Germany e. V.
    Tel.: 04 21 – 89 54 28, E-Mail: d.bischof@bpw-germany.de

    Ilona Kneißler, Koordinatorin zum Equal Pay Day
    Tel.: 04 81 – 42 11 49 34, E-Mail: i.kneissler@bpw-germany.de

    Simone Denzler, Leiterin Kommunikation Equal Pay Day
    Tel.: 0 62 21 – 5 99 50 44, E-Mail: s.denzler@equalpayday.de


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