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    Internationales Netzwerk berufstätiger Frauen: „Entgeltungleichheit schadet Deutschland“

    Über 230 Aktionen zum Equal Pay Day am 26. März angekündigt

    04. März 2010: Um auf die bestehende Entgeltungleichheit in Deutschland aufmerksam zu machen, findet am 26. März bundesweit der dritte Equal Pay Day, der Tag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, statt. Die Busi-ness and Professional Women (BPW) Germany, die den Aktionstag 2008 nach Deutschland gebracht haben, lassen nicht nach, über die Ursachen und Folgen von ungleicher Bezahlung aufzuklären. Denn der Entgeltun-terschied von 23 Prozent und die Ursachen, die zu diesem Abstand füh-ren, schaden dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

    „Frauen sind heute so gut ausgebildet wie nie zuvor und verdienen nach wie vor ein Viertel weniger als Männer. Das muss sich ändern!“, prangert Dagmar Bischof, Präsidentin des BPW Germany, an. Es sei volkswirt-schaftlich unsinnig, wenn bestens ausgebildete Frauen nicht in eine Posi-tion gelangten, die ihren Fähigkeiten entspreche oder nach der Geburt eines Kindes aufgrund von mangelnden Kinderbetreuungsmöglichkeiten nur in schlecht bezahlte Teilzeitjobs ohne Aufstiegschancen zurückkehr-ten. „Unternehmen können es sich im Wettbewerb um die besten Fach-kräfte angesichts des demographischen Wandels nicht länger leisten, das Potenzial von Frauen nicht voll auszuschöpfen“, so Bischof weiter.

    Deutschlandweit haben drei Wochen vor dem Termin mehr als 230 Teams Aktionen zum Equal Pay Day angekündigt, täglich kommen neue hinzu: Die Bandbreite reicht von Kundgebungen mit roten Taschen – dem Symbol für die roten Zahlen in den Taschen der Frauen – Workshops, Podiumsdiskussionen und kostenlosen Speed-Coachings bis hin zu „Un-happy Hours“, Rabattaktionen der Gastronomie.

    Eine der größten Aktionen wird in München stattfinden, wo sich – ebenfalls auf Initiative des BPW – das umfangreichste regionale Bündnis formiert hat. 24 Verbände setzen sich unter dem Motto “Marienplatz sieht rot” für gleiche Bezahlung ein – mit an Bord Management-Trainerin und Bestseller-Autorin Sabine Asgodom. Auch in Berlin wird es eine große Kundgebung mit roten Taschen am Brandenburger Tor (Pariser Platz) geben, an der sich zahlreiche Wirtschafts- und Frauenverbände beteiligen. In Hannover veranstaltet ein großes regionales Bündnis aus Frauenverbänden und Gewerkschaften auf Initiative des BPW eine hochkarätig besetzte Konferenz mit dem Thema “Fair p(l)ay – Spielregeln für Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt”.

    Lohnunterschiede, die neben sozialen auch wirtschaftliche Folgen haben, sind auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen. So arbeiten Frauen häufiger in Berufen, in denen das Entgeltniveau niedrig ist, Frauen sind seltener in gut bezahlten Führungspositionen vertreten und verfügen über weniger Berufsjahre. Bestehende Rollenbilder beeinflussen die Aufgabenverteilung in den Familien und das Berufswahlverhalten; dies schlägt sich wiederum beim Einkommen nieder. Schließlich sind auch staatliche Rahmenbedingungen mitverantwortlich. Insbesondere die nach wie vor häufig unzureichende und zu unflexible Kinderbetreuung erschwert Frauen ein Vollzeitberufsleben.

    Das Datum des Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um den Jahresverdienst von Männern zu erreichen. Der Aktionstag findet mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) statt und wird seit 2009 von einem breiten Bündnis aus Wirtschafts- und Frauenorganisationen getragen.

    Hintergrund

    Zum Equal Pay Day
    2008 wurde der Equal Pay Day auf Initiative des BPW Germany und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstmals in Deutschland durchgeführt. Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen.

    Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Ta¬schen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

    Bei der deutschen Premiere des Equal Pay Day 2008 nahmen bundesweit 6.000 Frauen und Männer an rund 40 Aktionen und Veranstaltungen in 25 Städten teil. Auch in deutschen und ausländischen Medien fand das Thema große Beachtung: Innerhalb von zwei Monaten um den Aktionstag erschienen über 1.000 Beiträge in einer Gesamtauflage von 24 Millionen Zeitungen und Zeitschriften.

    Mit rund 190 Aktionen in 120 Orten wurden am zweiten Equal Pay Day am 20. März 2009 mehr als 65.000 Frauen und Männer über die Ursachen von Entgeltunterschieden informiert. Über 2.000 Medienveröffentlichungen sorgten dafür, die Debatte in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu verankern.

    Daten, Fakten, Verhandlungstipps und sämtliche Aktionen zum Equal Pay Day finden Sie unter www.equalpayday.de.

    Zum BPW Germany
    Mit 42 Clubs und rund 2.000 Mitgliedern sind die Business and Professional Women (BPW) Germany eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen in Deutschland. Der in den 30er Jahren entstandene und nach der Auflösung unter den Nationalsozialisten 1951 neu gegründete gemeinnützige Verband unterstützt berufstätige Frauen auf vielfältige Weise: Neben persönlichem Austausch, Vorträgen, Tagungen und Mentoring leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene und engagiert sich für humanitäre Zwecke. Der BPW Germany kooperiert mit Wirtschaft, Medien, Politik und unterstützt seine Partner in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf. 2008 zeichnete das Netzwerk für die Einführung des Equal Pay Day, des internationalen Aktionstages für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, in Deutschland verantwortlich. Der BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern, darunter 31 europäischen Ländern, vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Mehr dazu unter www.bpw-germany.de. Mehr zu den BPW-Landesverbänden in Europa unter www.bpw-europe.org. Mehr zum BPW International unter www.bpw-international.org.

    Kontakt
    Dagmar Bischof, Präsidentin BPW Germany e. V.
    Tel.: 04 21 – 89 54 28, E-Mail: d.bischof@bpw-germany.de

    Ilona Kneißler, Koordinatorin zum Equal Pay Day (Informationen zu Aktionen in Deutschland)
    Tel.: 04 81 – 42 11 49 34, E-Mail: i.kneissler@bpw-germany.de

    Simone Denzler, Leiterin Kommunikation Equal Pay Day
    Tel.: 0 62 21 – 5 99 50 44, E-Mail: s.denzler@equalpayday.de

     

     


    Erstellt am 08.03.2010 um 12:01 Uhr
    Geändert am 27.06.2010 um 12:34 Uhr von Admin

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